"Wer keine Fachkräfte findet,
braucht bessere Prozesse ..."
Whitepaper 10/2026
Autor: Jan van den Bosch, Head of Sales & Partnermanager Europe
Der Fachkräftemangel ist längst keine vorübergehende Herausforderung mehr. In vielen Branchen gehen erfahrene Mitarbeiter:innen in den Ruhestand, während gleichzeitig die Anforderungen an Servicequalität, Dokumentation und Compliance steigen. Die Folge: Weniger Personal muss mehr Arbeit bewältigen.
Besonders betroffen sind Organisationen, deren Geschäftsprozesse stark dokumentengetrieben sind. Ob Bescheide, Verträge, Policen, Patienteninformationen oder Kundenkorrespondenz: Die Erstellung, Prüfung und Verwaltung von Dokumenten bindet täglich wertvolle Arbeitszeit.
Dokumentenautomatisierung bietet hier
einen effektiven Lösungsansatz.
Sie reduziert manuelle Tätigkeiten, minimiert Fehler und ermöglicht es Mitarbeiter:innen, sich auf wertschöpfende Aufgaben zu konzentrieren.
Die Rolle der Dokumentenautomatisierung
Dokumentenautomatisierung ermöglicht die automatische Erstellung von Dokumenten auf Basis definierter Vorlagen, Datenquellen und Geschäftsregeln. Inhalte werden zentral gepflegt und können automatisch an Empfänger:innen, Sachverhalte oder gesetzliche Vorgaben angepasst werden.
Die Vorteile:
- Weniger manueller Aufwand
- Schnellere Bearbeitungszeiten
- Höhere Dokumentenqualität
- Reduzierung von Fehlern
- Entlastung bestehender Teams
- Sicherstellung von Compliance und Corporate Design
Gerade in Zeiten knapper Personalressourcen kann Automatisierung dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit einer Organisation zu erhalten oder sogar zu steigern.
"In meiner Rolle als Head of Sales & Partnermanager Europe erlebe ich täglich, dass die Herausforderungen unserer Kund:innen je nach Branche und Land unterschiedlich ausgeprägt sind. Gleichzeitig zeigen sich bestimmte Muster, die den Bedarf an effizienteren Dokumenten- und Verwaltungsprozessen branchenübergreifend verdeutlichen."
Öffentlicher Sektor
Mehr Bürgeranliegen trotz Personalmangel
Kommunen, Landkreise und Behörden stehen vor einer doppelten Herausforderung: steigende Fallzahlen und eine „alternde“ Belegschaft. Viele Verwaltungsmitarbeiter:innen verbringen täglich einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit der Erstellung von Bescheiden, Anschreiben, Formularen und Informationsschreiben. In vielen Verwaltungen hat sich über Jahre hinweg eine komplexe Systemlandschaft entwickelt. Unterschiedliche Ämter und Fachbereiche arbeiten mit eigenen Fachverfahren, Prozessen und Dokumentvorlagen. Das führt dazu, dass häufig Hunderte oder sogar Tausende Vorlagen parallel gepflegt werden müssen. Jede gesetzliche Änderung, Anpassung von Formularen oder Aktualisierung von Textbausteinen zieht umfangreiche Pflegeaufwände nach sich. Die Verwaltung und Qualitätssicherung dieser Vorlagen wird dadurch schnell zu einer regelrechten Mammutaufgabe, die erhebliche personelle und zeitliche Ressourcen bindet.
In zahlreichen Projekten, die ich in den vergangenen Jahren begleiten durfte, habe ich genau diese Herausforderungen immer wieder gesehen, insbesondere in deutschen Verwaltungen. Dort sind historisch gewachsene IT-Landschaften und eine Vielzahl spezialisierter Fachverfahren keine Seltenheit. Entsprechend hoch ist der Aufwand, Vorlagen aktuell, konsistent und rechtssicher zu halten. Durch die Zentralisierung des Vorlagenmanagements können Vorlagen an einer zentralen Stelle verwaltet, standardisiert und revisionssicher gepflegt werden. In Kombination mit einer automatisierten Dokumentenerstellung, die Daten direkt aus den angebundenen Fachverfahren übernimmt, lässt sich der manuelle Aufwand erheblich reduzieren. Das Ergebnis sind konsistente Dokumente, kürzere Bearbeitungszeiten und eine spürbare Entlastung der Mitarbeiter:innen, die sich wieder stärker auf die individuellen Anliegen der Bürger:innen konzentrieren können.
Versicherungen
Effizienz steigern ohne zusätzliches Personal
Dokumente sind das Herzstück des Versicherungsgeschäfts. Sie bilden die rechtliche Grundlage für Verträge, regeln Leistungsansprüche, dokumentieren Vereinbarungen und schaffen Transparenz für Kund:innen sowie Mitarbeiter:innen. Fehlerhafte, unvollständige oder veraltete Dokumente können schwerwiegende Folgen haben: von Missverständnissen und verzögerten Bearbeitungen über Compliance-Risiken bis hin zu finanziellen Schäden und Vertrauensverlust bei Kund:innen. Umso wichtiger ist es, dass alle Dokumente jederzeit korrekt, aktuell und konsistent erstellt werden.
Versicherungsunternehmen erstellen daher täglich eine enorme Anzahl an Dokumenten, darunter Policen, Vertragsänderungen, Schadenkorrespondenzen, Informationsschreiben und Kündigungsbestätigungen. Gleichzeitig erwarten Kund:innen jedoch schnelle Reaktionszeiten sowie eine fehlerfreie, verständliche und personalisierte Kommunikation. Dies stellt Versicherungsunternehmen vor die Herausforderung, große Dokumentenmengen effizient zu verwalten und dabei höchste Qualitäts-, Compliance- und Serviceanforderungen zu erfüllen. Durch die Automatisierung der Dokumentenerstellung und die Anbindung relevanter Datenquellen können Prozesse beschleunigt aber auch Fehlerquellen reduziert werden. So erhöhen Versicherungen ihre Produktivität erheblich und entlasten gleichzeitig ihre Fachkräfte von repetitiven Aufgaben.
Banken
Mehr Beratung, weniger Administration
Auch im Bankensektor spielen Dokumente eine zentrale Rolle. Sie dienen nicht nur der rechtssicheren Dokumentation von Beratungen, Verträgen und Finanzgeschäften, sondern sind auch ein wesentlicher Bestandteil regulatorischer Anforderungen. Fehlerhafte oder unvollständige Dokumente können zu Compliance-Verstößen, erhöhten Risiken, Haftungsfällen und Vertrauensverlust bei Kund:innen führen. Gleichzeitig stehen Banken vor der Herausforderung, höchste Qualitätsstandards einzuhalten und ihren Kund:innen dennoch einen schnellen, persönlichen und kompetenten Service zu bieten.
Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit von Mitarbeiter:innen in Banken entfällt jedoch auf administrative Tätigkeiten wie die Erstellung von Verträgen, Beratungsprotokollen, Kreditunterlagen oder Kundenanschreiben. Diese Aufgaben sind oft zeitaufwendig, fehleranfällig und binden Ressourcen, die eigentlich für die Beratung und Betreuung von Kund:innen eingesetzt werden könnten. Durch die Automatisierung von Dokumentenprozessen lassen sich Standarddokumente automatisch erstellen, Kundendaten direkt aus den bestehenden Systemen übernehmen, Pflichttexte zentral verwalten und Freigabeprozesse digital abbilden. Dadurch werden manuelle Arbeitsschritte reduziert, die Qualität und Konsistenz der Dokumente erhöht und regulatorische Anforderungen zuverlässiger eingehalten. Das Ergebnis: Berater:innen gewinnen mehr Zeit für wertschöpfende Kund:innengespräche, während gleichzeitig Effizienz, Servicequalität und Rechtssicherheit steigen.
Gesundheitswesen
Mehr Zeit für Patient:innen
Dokumente sind im Gesundheitswesen unverzichtbar. Sie gewährleisten die lückenlose Dokumentation von Behandlungen, unterstützen die Kommunikation zwischen verschiedenen Fachbereichen und bilden die Grundlage für Abrechnung, Qualitätssicherung und rechtliche Nachweise. Fehlerhafte oder unvollständige Dokumente können nicht nur zu administrativen Problemen und Verzögerungen führen, sondern im schlimmsten Fall auch die Patient:innenversorgung beeinträchtigen. Gleichzeitig stehen Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeeinrichtungen unter erheblichem Druck: Der Fachkräftemangel verschärft sich, während die Anforderungen an Dokumentation, Nachweispflichten und regulatorische Vorgaben kontinuierlich steigen. Ärzt:innen, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter:innen verbringen daher oft mehrere Stunden pro Tag mit Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben. Dazu gehören unter anderem die Erstellung von Arztbriefen, Patient:inneninformationen, Einwilligungserklärungen, Entlassungsdokumenten sowie zahlreichen Formularen und Bescheinigungen.
Besonders komplex wird die Situation bei Trägern, die mehrere Standorte oder Pflegeeinrichtungen betreiben. In unserem Kundenkreis begegne ich immer wieder Organisationen, bei denen jede Einrichtung über Jahre hinweg eigene Dokumente, Formulare, Textbausteine und Vorlagen entwickelt hat. Was zunächst sinnvoll erscheint, führt mit der Zeit zu einer kaum überschaubaren Vorlagenlandschaft. Änderungen an rechtlichen Vorgaben, Qualitätsstandards oder internen Prozessen müssen dann an vielen Stellen parallel gepflegt werden. Nicht selten ist unklar, welche Version eines Dokuments aktuell ist oder welche Vorlage an welchem Standort verwendet werden soll. Die Folge sind hohe Verwaltungsaufwände, Medienbrüche und ein erheblicher Ressourcenverbrauch in Bereichen, die ohnehin bereits unter Personalmangel leiden.
Durch die Zentralisierung des Vorlagenmanagements und die Automatisierung von Dokumentenprozessen können alle Standorte auf dieselben freigegebenen und aktuellen Vorlagen zugreifen. Inhalte, Pflichttexte und Layouts werden zentral gepflegt und stehen unmittelbar in jeder Einrichtung zur Verfügung. Werden die Dokumente zusätzlich an Krankenhaus-, Pflege- oder Verwaltungssysteme angebunden, können vorhandene Patient:innen- und Falldaten automatisch übernommen werden. Dadurch entfallen Mehrfacheingaben, Fehler werden reduziert und Prozesse deutlich beschleunigt. Das Ergebnis ist eine höhere Dokumentenqualität über alle Standorte hinweg, weniger Verwaltungsaufwand und mehr Zeit für die eigentliche Aufgabe von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen: die bestmögliche Versorgung und Betreuung von Patient:innen und Pflegebedürftigen.
Fazit
Der Fachkräftemangel wird Organisationen auch in den kommenden Jahren begleiten. Gleichzeitig steigen die Erwartungen von Kund:innen, Bürger:innen, Patient:innen und Geschäftspartner:innen an Schnelligkeit, Servicequalität und fehlerfreie Prozesse. Neue Mitarbeiter:innen zu gewinnen wird zunehmend schwieriger und kostspieliger. Umso wichtiger wird es, die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Dokumentenautomatisierung ist deshalb weit mehr als ein reines Effizienzprojekt. Sie ist ein strategischer Hebel, um Mitarbeiter:innen von zeitaufwendigen Routinetätigkeiten zu entlasten, die Qualität und Konsistenz von Dokumenten zu erhöhen und gleichzeitig Compliance-Anforderungen zuverlässig einzuhalten. Durch die Automatisierung wiederkehrender Prozesse können Unternehmen und Organisationen ihre Arbeitsbelastung reduzieren, Fehler vermeiden und ihre Servicequalität langfristig sichern.
Die Beispiele aus Verwaltung, Versicherungen, Banken sowie dem Gesundheits- und Pflegewesen zeigen dabei deutlich: Die konkreten Prozesse unterscheiden sich zwar von Branche zu Branche, die Herausforderungen sind jedoch erstaunlich ähnlich. Überall müssen große Mengen an Dokumenten erstellt, gepflegt, aktualisiert und rechtssicher verwaltet werden. Überall fehlt Zeit für die eigentlichen Kernaufgaben, weil wertvolle Ressourcen durch manuelle Dokumentenprozesse gebunden werden. Und überall besteht die Gefahr, dass veraltete Vorlagen, Medienbrüche oder manuelle Fehler zu zusätzlichem Aufwand und Risiken führen. Genau deshalb lässt sich der Nutzen der Dokumentenautomatisierung auf zahlreiche weitere Branchen übertragen, von Energieversorgern über Wohnungsunternehmen und Bildungseinrichtungen bis hin zu Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Wer heute seine Dokumentenprozesse automatisiert, schafft Freiräume für die Aufgaben, bei denen menschliche Expertise, Kreativität und persönliche Beratung wirklich den Unterschied machen.
So wird aus Digitalisierung nicht nur ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung, sondern ein entscheidender Baustein für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Organisation.



